23. Mai 2014 | 3 min lesezeit

Mehr Client wagen!

In Zeiten von HTML5, client-side JavaScript-Frameworks, REST und WebSockets scheinen die Tage von klassischen serverseitigen Web-Anwendungen und damit einmal mehr von Java EE angezählt. Doch gehört Webentwicklung mit Enterprise Java – wie ab und zu zu lesen – zu einer aussterbenden Gattung, da die neuen Ansätze alles viel besser und effizienter lösen? Oder bildet Enterprise Java weiterhin eine gute Basis, die geschickt eingesetzt, sehr gut mit den neuen Ansätzen harmoniert und sogar einen Mehrwert stiftet?

Another next generation web

Wir sind mitten drin, im radikalen Umbruch. Einmal mehr, mag man meinen. Web-Entwicklung, so wie wir sie als klassische Enterprise Java Entwickler kennen, ist scheinbar Geschichte. Wer heute etwas auf sich hält, nutzt etwas Neueres. Besseres.

Ach – haben wir das Jahr 2001? Oder 2005? Oder 200x? Nein! Willkommen im Jahr 2014.

Als aktiver und „neutraler“ Beobachter muss man der Web-Entwicklung klar attestieren, dass kaum ein anderer Bereich des Enterprise Computings mit den dort stattgefundenen und weiterhin stattfindenden Veränderungen mithalten kann. Dabei wurden und werden nicht nur Konzepte angepasst, sondern vollständig veränderte Architekturansätze herangezogen und mit neuen Technologien und Frameworks kombiniert. Die neuen Ideen orientieren sich dabei nicht nur an den neuen technologischen Möglichkeiten, sondern auch an den gestiegenen Bedürfnissen der Endanwender und Entwicklungsteams sowie an neuartigen Clients und neuen fachlichen Use Cases. Gepaart mit dem im Web eingesetzten technologischen Blumenstrauß – neben Backend-Technologien  sind mindestens Kenntnisse in HTML/HTML5, CSS, JavaScript/JavaScript Frameworks und DOM notwendig – ein schier unendlich komplexes Unterfangen.

Die Komplexität ist  – wie wir in unserem Kommentar zum ThoughtWorks Technology Radar schrieben – leider dem Medium geschuldet. Und es ist abzusehen, dass diese nicht geringer wird.

RESTful to the rescue

Wie immer hilft in Zeiten hoher Komplexität und großer Veränderung die Besinnung auf Bekanntes und Bewährtes – ein Grundfeiler sozusagen.

Für ein Enterprise Java Team kann und wird die Enterprise Java Plattform genau diesen Grundpfeiler darstellen. Ausgehend vom dort heute gelebten pojo-zentrierten Entwicklungsmodell können dank JAX-RS, insbesondere JAX-RS 2.0, bestehende Backend-Systeme leicht auf die neuen Anforderungen vorbereitet werden. Im ersten Schritt reichen dafür das Verständnis für REST-APIs sowie ein aktueller Java EE Server bzw. JAX-RS fähiger Web-Server.  Alles weitere, insbesondere alle umfassenden client-side Details, können langsam und schrittweise folgen.

Alte Lösungen, alte Probleme. Neue Lösungen, neue Probleme

Zweifelsohne liefern aktuelle JavaScript Frameworks wie AngularJS, Backbone oder Riot ein elegantes und effizientes Rahmenwerk, von dem alle – vom Entwickler bis zum Endanwender – mit vergleichsweise wenig Aufwand profitieren können. Ein Web-UI-Team, das sich den Möglichkeiten dieser Frameworks verschließt, verpasst auf jeden Fall eine große Chance. Natürlich haben diese Frameworks auch ihre Schwächen, die sich vor allem bei typischen Enterprise Anforderungen wie  Internationalisierung, aufeinander abgestimmter Client und Backend-Validierung oder Autorisierung zeigen.

Doch gerade dort kann Enterprise Java die vorhandenen Lücken dank JAX-RS 2.0, Bean Validation und CDI sehr gut schließen. In den kommenden Wochen werden wir deshalb hier ausgewählte Aspekte genauer beleuchten, und damit zeigen, dass die Zeit von Enterprise Java noch lange nicht vorbei ist. Eher im Gegenteil.

Sind daher die aktuellen Trends im Web nur Evolution statt Revolution? Aufgrund der Historie der Web-Entwicklung sollte man mit einer Aussage grundsätzlich vorsichtig sein.

Mit Sicherheit kann man jedoch behaupten, dass Enterprise Java – trotz aller Unkenrufe – sehr gut auf die client-side Zukunft vorbereitet ist. Wir Enterprise Entwickler müssen uns jedoch auf den Client zubewegen, auch wenn uns das regelmäßig schwer fällt.  Wie einfach dieser Schritt sein kann, konnte man in unserem praktischen JAX-2014-Workshop „Mehr Client wagen!“ live erleben. Und in den kommenden Wochen an dieser Stelle. Stay tuned!


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